Kurzzusammenfassung

Technologischer Fortschritt ist nie neutral , doch er kann sinnvoll gestaltet werden. Er verändert, wie wir sehen, handeln und miteinander in Beziehung treten. Wenn wir ihn bewusst einsetzen, kann er nicht nur Effizienz steigern, sondern Zugang, Empathie und Teilhabe schaffen.

Seit über einem Jahrzehnt bewege ich mich im Spannungsfeld zwischen Forschung, Gestaltung und Industrie. Als Designer an der Schnittstelle von Mensch und Maschine habe ich zahlreiche Patente im Bereich Augmented und Mixed Reality mitentwickelt. Systeme, die Orientierung erleichtern und Mobilität inklusiver machen sollen.

Dieses Projekt untersucht, wie solche Technologien eine positive Zukunft formen können: eine, in der Design Verantwortung übernimmt, Menschen verbindet und neue Formen der Zugänglichkeit ermöglicht.

Gemeinsam mit einer Künstlichen Intelligenz / ChatGPT als Denkpartner entstehen dabei Szenarien, die technologische Möglichkeiten nicht als Bedrohung, sondern als Potenzial für gesellschaftliche Weiterentwicklung begreifen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Design über reine Problemlösung hinausgeht wie es Beziehungen stärkt, Teilhabe fördert und die menschliche Erfahrung in einer digital erweiterten Welt neu definiert.

Innovation als Verantwortung: Die Realität “meiner” Patente hinterfragt

Technologischer Fortschritt ist keine gerade Linie in Richtung Zukunft. 
Er ist ein komplexes Geflecht aus Vision, Umsetzung und unbeabsichtigten Folgen.

Was wäre, wenn alle meine Patente im Bereich Mensch-Maschine-Interaktion heute Realität wären?
 Würde sich die Welt dadurch wirklich verbessern oder nur effizienter werden?

In Zeiten, in denen künstliche Intelligenz und Automatisierung tief in unser Leben eingreifen, wird Verantwortung und Hoffnung zur zentralen Designfrage. 
Innovation darf nicht nur Funktion, Komfort oder Marktwert optimieren, sie muss Beziehungen gestalten.
 Zwischen Mensch und Maschine, zwischen Individuum und System, zwischen Fortschritt und Empathie.

Mobilität steht dabei exemplarisch für diesen Wandel:
 Schaffen Technologien tatsächlich Zugang für alle oder entstehen neue Formen von Ausschluss?


„Mobilität für alle oder alles für die Mobilität?“ bleibt die Kernfrage meiner Reflexion.

Dieses Projekt versteht Innovation nicht als Selbstzweck, sondern als Prüfstein für Haltung:
 Wann wird Technologie zum echten Partner menschlicher Erfahrung und wann ersetzt sie sie?
 Vielleicht braucht Fortschritt weniger Geschwindigkeit und mehr Bewusstsein.

Das Gedankenspiel als freie Exploration

Abb. 1: Eigene Darstellung – Patentskizzenkollage mit Fokus auf Augmented und Mixed Reality.

Um die eigene Forschungstätigkeit der letzten zehn Jahre im Bereich Mensch–Maschine–Interaktion zu verdichten, entstand eine Collage aus Patentskizzen.
 Sie zeigt nicht nur technische Erfindungen, sondern eine visuelle Chronik von Ideen, Denkweisen und Fragestellungen.
Viele dieser Konzepte entstanden in interdisziplinären Teams an der Schnittstelle von Design, Technologie und Nutzererlebnis.
 Innovation war dabei nie ein Einzelleistung, sondern das Ergebnis kollektiver Perspektiven und kultureller Vielfalt und agiler Methoden.


Die erste Veröffentlichung einer dieser Ideen erfolgte am 03.08.2015 im Rahmen meiner Bachelorarbeit bei der Volkswagen AG. Heute dient die Collage als Ausgangspunkt für ein Gedankenexperiment:


Was passiert, wenn man diese Erfindungen nicht als Produkte, sondern als kulturelle Artefakte liest, als Spuren einer Zeit, in der Technologie begann, unsere Wahrnehmung zu erweitern?

Google Patents → Ergebnisse nach „Wyszka“

Eine gute ausführliche Übersicht der Veröffentlichungen an denen ich beteiligt war, bietet Google Patente. Der Link führt direkt zu den Ergebnissen, vorgefiltert nach meinem Nachnamen.

Clustern für die Übersichtlichkeit

Aus der Analyse der letzten Jahre ließen sich fünf thematische Schwerpunkte herausfiltern.
 Sie bilden die Grundlage des Gedankenexperiments und zeigen, wie sich meine Arbeit im Feld der Augmented- und Mixed-Reality-Technologien entwickelt hat, von funktionaler Innovation hin zu Fragen nach Zugänglichkeit, Intuition und Verantwortung.

Ich habe mich bewusst auf diesen Bereich fokussiert, da hier der Großteil meiner Patentanmeldungen entstanden ist.
 Augmented und Mixed Reality waren für mich nie nur technische Werkzeuge, sondern kulturelle Experimente – Schnittstellen, an denen sich unsere Wahrnehmung von Realität, Orientierung und Teilhabe verändern kann.
 Vielleicht liegt genau hier mein größter Einfluss auf eine mögliche positive Zukunft oder auf eine Utopie, die sich gerade erst formt.

Fünf thematische Schwerpunkte

  1. Visuelle Unterstützung
: Wie kann Augmented Reality Orientierung schaffen, ohne zu überfordern?
Ziel war es, Mobilität sicherer, klarer und intuitiver zu gestalten, durch digitale Ebenen, die sich positiv in den physischen Raum einfügen, statt ihn zu dominieren.
  2. Situatives Fahrzeugverhalten tritt in Interaktion mit anderen Verkehrsteilnehmenden.
  3. Personalisierung von digitalen Nutzeroberflächen um die Interaktion mit dem Fahrzeugsystem zu vereinfachen.
  4. Infrastruktur für die verbesserte Interaktion zwischen Fahrzeugen und anderen Verkehrsteilnehmenden.
  5. Sounddesign für eine verbesserte und intuitive Interaktion mit dem Fahrzeug.

Augmented Reality Head-up-Display in dem aktuellen ID3 & ID.4 von Volkswagen als Beispiel

Abb. 2: Youtube Video: Augmented Reality Head-up-Display im VW ID.4 / ID.3 im Test: Neues HUD als Tech-Highlight des ID.4?

(Zugriff am 26. Oktober 2025).

Zukunftskonstruktion mit ChatGPT: Eine ko-kreative Denkpartnerschaft

In einer Zeit tiefgreifender technologischer Umbrüche wird die Auseinandersetzung mit einer positiven Zukunft nicht nur zur Notwendigkeit, sondern zur kreativen Praxis.

Unter dem Titel „Zukunftsreflexion mit ChatGPT: Eine ko-kreative Denkpartnerschaft“ erforsche ich gemeinsam mit der Künstlichen Intelligenz von ChatGPT die ethischen, sozialen und gestalterischen Dimensionen meiner eigenen Patente. Dabei nutzte ich dieses Large Language Model (LLM) als diskursives Werkzeug um einen kollaborativen Reflexionsraum zu erzeugen.

Diese interaktive Zusammenarbeit ermöglicht es, Gedankenexperimente zu entwickeln, spekulative Szenarien zu entwerfen und bestehende Innovationsprozesse kritisch zu hinterfragen.

ChatGPT fungiert dabei nicht nur als Werkzeug, sondern als diskursiver Sparringpartner – ein Reflexionsspiegel, der neue Perspektiven auf Technologien eröffnet, die unser aller Alltag formen könnten.

„Zwischen Entwurf und Realität liegt ein Raum des Möglichen – hier beginnt unser Gedankenexperiment.“

ChatGPT 10.04.2025

Kreativität ist die Fähigkeit Sachverhalte miteinander zu kombinieren

Im Rahmen dieses Projekts nutze ich fünf methodische Ansätze, um zu untersuchen, wie Augmented und Mixed Reality die Demokratisierung von Design beeinflussen, sowohl im positiven Sinn der Teilhabe als auch im kritischen Sinn möglicher Abhängigkeiten.

1. “Was-wäre-wenn”-Szenarien, Globale Zugänglichkeit

Was wäre, wenn diese Technologien weltweit standardisiert und verfügbar wären? Zum Beispiel in allen urbanen und ländlichen Verkehrssystemen, Krankenhausrouten, Fahrrad-Apps, Rollstuhl-Navigation oder in öffentlichen Einrichtungen.

  • Eine Welt, in der Orientierung keine Frage von Einkommen, Herkunft oder Einschränkung ist, sondern ein geteiltes Grundrecht. Eine globale Infrastruktur, die Vielfalt anerkennt, statt sie zu normieren.

2. Rollenbasiertes Denken, emphatische Systeme

Wie können AR-Systeme so gestaltet werden, dass sie kontextsensibel, empathisch und inklusiv für alle Rollen funktionieren?

  • Der 85-jährige sieht nur, was er sehen kann. Große, kontrastreiche Icons mit vibrierenden Linien. 
  • Die Stadtplanerin in Lagos denkt: Wie passt diese Technologie in instabile Stromnetze, chaotischen Verkehr, improvisierte Urbanität?
  • Die autonome Drohne sieht das alles als Netzwerk. Verkehrsströme als Datenmuster. 
  • Der Algorithmus analysiert das Blickverhalten, der endlich zu verstehen lernt, wie Menschen im Straßenverkehr Entscheidungen treffen.
  • Das Kind fragt: Ist das Ding, das da aufleuchtet, nett oder gefährlich?

3. Spekulative Narration – Die Welt im Jahr 2050

Im Jahr 2050 ist Mobilität zur Illusion geworden.
Im Jahr 2050 ist Mobilität nicht verschwunden, sondern neu definiert: Bewegung findet auf vielen Ebenen statt, physisch, digital, emotional. Avatare, neuronale Interfaces und holografische Räume unterstützen menschliche Verbindung, statt sie zu ersetzen. AR-Navigation hilft, sich zu orientieren aber auch, sich neu zu entdecken.

Eine Gegenbewegung erinnert uns daran, dass der Umweg Teil der Erfahrung ist: Nicht jede Route muss perfekt sein. Nicht jedes Ziel muss schnell erreicht werden.”

AR-Navigation wird zur Frage:
Soll Technologie uns den Weg zeigen oder uns lehren, selbst zu gehen?

4. Ethisches Dilemma als Szenario-Trigger

Mobilität für alle darf nicht durch Kontrolle erkauft werden. Statt totaler Überwachung entstehen Systeme, die auf Vertrauen, Datenschutz und Teilhabe basieren. Bewegungsdaten werden geteilt, um Sicherheit zu erhöhen – nicht, um Verhalten zu bewerten. AR wird zu einem Werkzeug kollektiver Verantwortung: offen, nachvollziehbar, transparent.

5. Künstlerisches Manifest der „Post-Mobilitäts-Gesellschaft“

Die emphatische Präzision der Grafik lässt Raum für Interpretation – wie die Poesie in der Sprache.

“Manifest der Post-Mobilitäts-Gesellschaft” (Auszug):

„In einer inklusiven Zukunft ist Mobilität mehr als Bewegung – sie ist Beziehung. Augmented und Mixed Reality verbinden Menschen, Orte und Maschinen zu einem empathischen Netzwerk. Technologie wird fühlbar, nicht übermächtig. Sie erweitert Wahrnehmung, statt sie zu ersetzen und bringt uns nicht schneller ans Ziel, sondern näher zueinander.“

Ist ein solches Manifest Zukunft oder Kritik? Wird Technik spirituell, oder verlieren wir dabei unsere Körperlichkeit?

Kritische Auseinandersetzung & Selbstrefelktion meiner Arbeit

Zwischen Fortschritt und Verantwortung – eine ethische Spannung

Augmented und Mixed Reality eröffnen neue Möglichkeiten, Mobilität inklusiver und intuitiver zu gestalten. Doch genau hier entsteht eine ethische Spannung: Wer profitiert von dieser Zukunft – und wer bleibt außen vor? Die Reflexion meiner eigenen Patente zeigt, wie nah Vision und Verantwortung beieinander liegen.
 „Hätte ich tatsächlich die Welt verbessert?“ 
Diese Frage bleibt offen. Mobilität ist kein neutraler Fortschritt, sondern ein soziales Privileg: Nur wer Zugang hat, kann auch teilnehmen.

Augmented und Mixed Reality als Erweiterung oder Ersatz?

AR kann helfen, Barrieren zu überwinden oder sie neu erschaffen.
 Wenn Technologie beginnt, unsere Wege zu definieren, droht Erfahrung durch Simulation ersetzt zu werden.
 Wir sehen nicht mehr, um zu verstehen, sondern was Systeme uns zeigen.
 Der Mensch wird zum Zuschauer seiner eigenen Bewegung – personalisiert, optimiert, aber auch manipulierbar.

Mobilität als soziales Konstrukt

„Mobilität für alle – oder alles für die Mobilität?“


Diese Frage beschreibt das Dilemma moderner Innovation:
 Technologischer Fortschritt folgt oft Systemlogiken – Effizienz, Skalierbarkeit, Marktwert – statt menschlichen Bedürfnissen.
 Was in urbanen Kontexten als Fortschritt erscheint, kann andernorts zum Ausschluss führen.

Die Rolle von Design und Gestaltung

Design wird hier nicht als fertiges Produkt verstanden, sondern als Denkraum, ein Ort, an dem Verantwortung sichtbar wird.
 Die Zusammenarbeit mit Künstlicher Intelligenz / ChatGPT diente mir als Spiegel: Sie zeigte, wie leicht Technologie bestehende Denkmuster verstärken kann, wenn man sie nicht aktiv befragt. 
Kann ein System Empathie entwickeln? Oder bleibt das eine zutiefst menschliche Fähigkeit?
Diese Fragen prägen meine Haltung.
 Design bedeutet für mich nicht nur Zukunft zu gestalten sondern auch, sie kritisch als auch positiv zu verhandeln.

Schlussfolgerungen

Technologischer Fortschritt ist kein Garant für gesellschaftlichen Fortschritt.
 Er verlangt Haltung, Reflexion und Empathie – einen Wertekompass, der Gestaltung als Verantwortung begreift.

Augmented und Mixed Reality können Wahrnehmung erweitern, Orientierung erleichtern und Zugänge schaffen.
 Doch sie dürfen nicht ersetzen, was menschliche Erfahrung ausmacht: das Gehen, das Irren, das Spüren.


Technologie soll unterstützen, nicht verdrängen.
 Die Realität darf nicht hinter ihrer eigenen Simulation verschwinden.

Mobilität bedeutet mehr als Bewegung, sie ist Beziehung, Zugang und Freiheit.
 Wenn digitale Systeme diese gestalten, müssen sie kontextsensibel, inklusiv und partizipativ gedacht werden.
 Erst dann kann technischer Fortschritt auch gesellschaftliche Teilhabe fördern.

Künstliche Intelligenz eröffnet neue Denkräume, doch keine moralische Entlastung. Sie kann Impulse geben, Perspektiven spiegeln und Hypothesen schärfen. Doch ihre Datensätze sind keine Wahrheiten, sondern Wahrscheinlichkeiten, gespeist aus Vergangenem, nicht aus Visionen.

Gerade deshalb muss eine positive Zukunft proaktiv gestaltet werden. Design darf sich nicht den algorithmischen Tendenzen überlassen, sondern muss Haltung zeigen, wo Systeme nur Muster erkennen. Verantwortung – aber auch Hoffnung – bleiben zutiefst menschliche Aufgaben.

Dieses Projekt versteht sich als Einladung zur Zukunftsreflexion und zugleich als Aufruf zur Gegenwartskritik. Nur wer bestehende Strukturen hinterfragt, kann glaubwürdig über bessere, bewusst gestaltete Zukünfte spekulieren.

Weiterführende Quellen die sich mit dem Thema Augmented und Mixed Reality beschäftigen

Abb. 3: Youtube Video by Keiichi Matsuda, HYPER-REALITY (Zugriff am 10. April 2025).

3.299.179 Aufrufe am 10.04.2025, hochgeladen am 19.05.2016 – Keiichi Matsuda Interpretation einer überfrachteten Mixed Reality Zukunft.

“Hyper-Reality presents a provocative and kaleidoscopic new vision of the future, where physical and virtual realities have merged, and the city is saturated in media.”

by Keiichi Matsuda | http://km.cx

THE AUGMENTED CITY: SEEING THROUGH DISRUPTION

https://urban.tech.cornell.edu/the-augmented-city

„Teile dieses Textes wurden mit KI-Unterstützung erstellt”